Mönchpfiffel-Nikolausrieth

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Im Juni 1956 wurden die bis dahin selbstständigen Dörfer Mönchpfiffel und Nikolausrieth zu einer Gemeinde zusammengelegt. Sie unterscheiden sich aber sehr in der Dorfform und haben auch eine völlig verschiedene historische Vergangenheit.

Bis 1918 gehörte Mönchpfiffel zu Sachsen-Weimar, Nikolausrieth zu Preußen, beide bis 1952 zu Thüringen bzw. Sachsen-Anhalt.

Mönchpfiffel ist der ältere Ort. Er wurde 786 erstmals im Hersfelder Zehntverzeichnis unter dem altertümlichen Namen Bablide – dann Pfefelde, Pfüffel erwähnt.

Den Namen Mönchpfiffel erhielt es, als 1231 das am Südharz gelegene Kloster Walkenried hier Besitzungen erwarb und einen Klosterhof unter der Leitung eines Hofmeisters anlegte. Das auch sonst bedeutende Zisterzienserkloster hat zur Kolonisation dieser Gegend entscheidend beigetragen. Ein eigentliches Kloster dagegen hat, wie vielfach irrtümlich angenommen wird, hier nie bestanden. Die Anlage des Klosterhofes ist heute im Ortslagegrundriß noch deutlich erkennbar.

Ganz anders die Entwicklung von Nikolausrieth. Das Gebiet der Goldenen Aue war eine große Sumpflandschaft. In der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts begann man im Auftrage Friedrich Barbarossas mit den Trockenlegungsarbeiten im unteren Helmeried. Walkenrieder Mönche begangen mit der Trockenlegung der Sümpfe.

In diese Zeit /1186) fiel die Gründung von Nikolausrieth, genannt nach dem Bischof Nicolaus con Patara. Erwähnt ist Nikolausrieth erst in einer Walkenrieder Urkunde 40 Jahre später, und zwar 1226 als Novale St. Nicolai.

Das Dorf wurde im 1170/80 von den aus Holland eingewanderten Famen planmäßig angelegt. Sie waren vom Reich in das Land gerufen worden, um die Sumpflandschaft an der oberen und unteren Helme zu kultivieren.

Marschhufenartig, die Felder in einem Streifen hinter dem Gehöft, legten sie das Dorf an. Rechtsgewohnheiten, aus der Heimat mitgebracht, erhielten sich lange Zeit bis zum Feudalisierungsprozeß.